Sitten&Namenstage

ST. GREGOR, der Theologe – 25. Januar

Gregor war ein reicher, gebildeter Adliger, geboren auf dem bescheidenen Landgut Arianz bei Nazianz in Kappadokien. Seine Ausbildung bekam er in Cäsarea - dem heutuigen Kayseri, in Alexandria, und gegen 348 in Athen, wo er er Basilius begegnete, mit dem ihn eine lebenslange innige Freundschaft verband.
Durch seinen Vater wurde er 360 getauft und zum Priester geweiht. Danach begab er sich in die Einsamkeit zu Basilius, der mit einigen Gleichgesinnten am Fluss Iris in strenger klösterlicher Zucht lebte. Ungern trennte er sich, als ihn sein Vater 362 nach Nazianz zurück rief, damit er ihm in seinen bischöflichen Angelegenheiten beistehe.
Gregor fand sich mitten in der Auseinandersetzung mit dem Arianismus wieder. Nur wenige Rechtgläubige hielten noch zu ihrem Bischof, der von allen Seiten schmähliche Angriffe bis zur tätlichen Verfolgung seiner Person zu erdulden hatte. Gregor gründete in seinem Haus die Kirche St. Anastasia, "Auferstehung", denn er war fest davon überzeugt, dass der rechte Glaube wieder auferstehen würde, den er durch Wort und Beispiel zu verbreiten versuchte. Nach dem zweiten Allgemeinen Konzil, dem 1.Konzil von Konstantinopel, wurde Gregor 381 von Kaiser Theodosius zum Erzbischof von Konstantinopel erhoben, damit er die Kirche nach den Wirren des Arianismus wieder ordne.
St.Gregor verbrachte seine letzten Jahre auf seinem Landgut Arianz, die er ganz seiner literarischen Betätigung widmete; er konnte nun zu den theologischen Fragen seiner Zeit, vor allem der Trinitätslehre und Christologie, gründlich Stellung nehmen. Jahrelang ertrug er eine sehr schmerzhafte Krankheit, bis er um 390 durch den Tod erlöst wurde.

Gregor war ein begeisternder Prediger, schrieb Briefe und Gedichte und war ein bedeutender Mystiker. 45 seiner Predigten, 243 Briefe sowie 407 dogmatische und moralische Verse sind erhalten. Er gilt als einer der ganz großen Theologen der Kirche. Zusammen mit seinem Freund und Lehrer Basilius dem Großen und mit Gregor von Nyssa war er der Begründer der Orthodoxie gegen den Arianismus, der die Göttlichkeit Christi leugnete. Er bekämpfte die Lehre, wonach der Heilige Geist Gottes Geschöpf sei, die Leugnung der menschlichen Natur Christi und die Taten von Julian Apostata.
Gregor gehört zu den orthodoxen Kirchenvätern und wird seit dem 5. Jahrhundert wegen seiner überzeugenden Verteidigung des christlichen Glaubens als "der Theologe" bezeichnet. Seine Gebeine wurden 950 nach Konstantinopel gebracht und in die Apostelkirche übertragen. Während der Kreuzzüge wurden Reliquien von ihm nach Rom überführt, sie ruhen in der Peterskirche; andere sind in Moskau zu finden.