Sitten&Namenstage

ST. AGNES und ST. MAXIMUS, der Bekenner – 21. Januar

St. Agnes ist eine junge Römerin, die ihre Liebe dem Gott widmete und märtyrisch starb. St.Maximus, der Bekenner, bekam ausgezeichnete Bildung, studierte Philosophie, Grammatik und Rhetorik.
Keine der jungfräulichen Märtyrerinnen genoss schon früh solche Verehrung wie Agnes. Schon der Märtyrerkalender von 354 und Ambrosius von Mailand berichteten erste Züge ihrer Legende.
Diese betont die Schönheit und Glaubenssicherheit der zwölfjährigen Agnes. Der Werbung des Sohnes des Stadtpräfekten trat die vornehme Römerin ablehnend gegenüber mit der Begründung, sie sei schon verlobt. Mehrfache Nachfrage des Jünglings beantwortete sie schließlich damit, ihr Verlobter sei Jesus Christus. Agnes wurde nun vor Gericht gestellt, aber alle Vorstellungen, Bitten und Drohungen des Richters konnten ihre Standhaftigkeit nicht erschüttern. Da befahl er, sie nackt auszuziehen und zur Prostitution zu zwingen. Aber ihre langen Locken umhüllten sie wie ein dichter Mantel, ein Engel brachte ihr ein Lichtgewand, von dem das ganze Haus durchstrahlt wurde.

Der Sohn des Präfekten suchte sie mit seinen Gesellen im Bordell auf, geblendet wichen sie zurück; er selbst fiel, vom bösen Geist erwürgt, tot um, als er Agnes berühren wollte. Durch ihr Gebet ins Leben zurückgerufen, ließ er sie als Zauberin denunzieren. Der Präfekt wagte weder, sie zu retten, noch sie zu verurteilen, ging außer Landes und überließ sie einem anderen Richter. Dieser ließ sie im Stadion des Domitian in ein großes Feuer werfen, aber die Flammen wichen vor ihr zurück. Da befahl er, dass man ein Schwert durch ihre Kehle stoße.

Eltern und Freunde begruben Agnes in einer heute nach ihr benannten Katakombe an der Via Nomentana und hielten die Totenwacht. In der achten Nacht sahen sie einen Reigen schöner Jungfrauen, in ihrer Mitte Agnes in goldenem Kleid, den Ring ihres Verlöbnisses mit Christus am Finger, ein weißes Lamm zu ihrer Rechten, das Lamm, auf das Johannes, der Täufer, und die Apokalypse hinwiesen.
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St. Maximus, der Bekenner, ist um 580 in Konstantinopel geboren und 662 im Kastell Schemarion (am Schwarzen Meer)gestorben. Er entstammte einer vornehmen Familie zu Konstantinopel und empfing eine Ausbildung als staatlicher Beamter. 610 war er Sekretär des Kaisers Heraklius, aber schon in 613/14 gab er seine politische Laufbahn auf, um sich dem Mönchsleben zu widmen, zunächst im Kloster Chrysopolis (Skutari/Üskudar). Seit 626 auf der Flucht vor den Persern wanderte er umher in Kreta, Zypern und Afrika. In der Zeit vor seinem Aufenthalt in Afrika verfaßte er den Liber asceticus und die 400 Capita de charitate, außerdem Briefe und kleinere anti-monophysitische Werke (einige in Opuscula theologica et polemica) In seiner afrikanischen Zeit verfaßte er u.a. die anti-origenistische Schrift Ambigua, die exegetischen Quaestiones ad Thalassium und Orationis Dominicae expositio, die Mystagogia (eine symbolische Auslegung der Liturgie) und die 200 Capita theologica et oecumenica. In 662 mußte er abermals vor der Synode in Konstantinopel erscheinen. Seine Beharrlichkeit wurde bestraft mit der Verstümmelung seiner Zunge, der Abhauung seiner rechten Hand und der Verbannung nach Lazien. Dort starb er am 13. August 662. Sein Schüler, der römische Apokrisiar Anastasius, der ebenfalls verurteilt wurde, verfaßte einen Bericht über das Sterben des Bekenners. - Maximus war der bedeutendste theologische Schriftsteller des 7. Jahrhunderts. Ungefähr 90 meist formlose und schwer verständliche Schriften sind erhalten. Das Zentrum seiner mystischen und spekulativen Theologie bildet Christus und die Liebe zwischen Gott und Mensch. Die Bekämpfung des Monophysitismus und später des Monotheletismus war ein Ringen um die Erhaltung des Gegenüber von Gott und Mensch und die Erlösung des Menschen durch die Liebe zu Gott, d.h. durch das natürliche Streben der menschlichen Natur zur übernatürlichen Einheit mit Gott in Christus.