Sitten&Namenstage

IGNAZHDEN (St. Ignatius, der Gottesträger von Antiochia) – 20. Dezember

Der Ignatiustag war im Volkskalender der erste Tag des neuen Jahres.
Am Abend vor dem Festtag bereitete die Hausfrau die für den Ignatiustag typischen Mahlzeiten vor, die in der Fastenzeit erlaubt waren, wie auch das Ritualbrot. Der erste Gast am Ignatiustag, genannt Polasnik, nahm das Brot in die Hand und durfte es brechen. Er kostete von allen Mahlzeiten und wünschte der Familie Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wohlergehen. Am ersten Gast am Ignatiustag deutete man auch das Jahr. War er reich, so sollten die Gastgeber keine Geldsorgen haben. War er glücklich, sollten die Gastgeber auch glücklich sein. Anschließend ging die Hausfrau in den Garten und gab den Küken zu fressen, indem sie sich wünschte, dass sie nicht weglaufen.
Es war wichtig, dass die Hühner die Eier an diesem Tag im eigenen Stall legen. Das Ei symbolisierte den Ursprung der Welt und sollte deshalb zu Hause bleiben. Am Ignatiustag durfte man auch nichts außerhalb des Hauses tragen, sondern Geschenke nach Hause bringen, damit das Jahr reich wird. Jeder sollte am Ignatiustag auch Kleingeld in der Tasche haben.

Ignatius wird als Schüler des Apostels Johannes angesehen, Johannes selbst soll Ignatius zum Bischof von Antiochia - dem heutigen Antakya in der Türkei - ernannt haben. Mit seiner Betonung der bischöflichen Autorität festigte er die organisatorischen Fundamente der jungen Kirche. Deswegen und wegen seines starken und leidenschaftlichen Glaubens wird er auch "Theophoros", "Gottesträger" genannt und "Säule der Kirche.